Junge Klimaschutz-Demonstranten bekommen Unterstützung

"Parents for future" bei Demos in Kassel dabei: Eltern stärken Schülern den Rücken

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Auch Eltern sind beim Protest dabei: An der Reformschule haben sich Lehrer und Schüler inhaltlich mit der Fridays-for-future-Bewegung auseinandergesetzt.

© Stefan Beckmann-Metzner/NH

Die Schüler, die in Kassel für Klima und Umweltschutz demonstrieren, werden nun von Eltern und Lehrern unterstützt. Dafür hat sich eine Whatsapp-Gruppe gegründet.

Seit Wochen gehen auch in Deutschland Schüler auf die Straße, um für das Klima und mehr Umweltschutz zu demonstrieren. Weil die Schulstreiks nach dem Vorbild der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg immer freitags stattfinden, nennt sich die Bewegung „Fridays for future“.

Unterstützung bekommen die Schüler zunehmend von Eltern und Lehrern. In Kassel hat sich vor Kurzem eine Whatsapp-Gruppe gebildet, die sich „Parents for future“ nennt. Sie gewinnt täglich an Zuwachs. Darunter sind viele Eltern der Reformschule. Die Vorsitzenden des Schulelternbeirats, Carsten Peters und Alexandra Luig, stehen voll hinter der Fridays-for-future-Bewegung und ihren Zielen. „Es entspricht unserem Selbstverständnis als Club of Rome-Schule, sich aktiv für die Umwelt einzusetzen“, sagt Carsten Peters.

Auch Rainer Naefe, Grundschullehrer und Vater von Kindern an der Reformschule, bezieht sich auf das Club-of-Rome-Bekenntnis. „Wir müssten eigentlich geschlossen zur Fridays-for-future-Großdemo gehen.“ Aber natürlich werde niemandem der Protest vorgeschrieben.

Schulleiterin Elke Hilliger sagt: „Wir haben auf den Freitag inhaltlich hingearbeitet und ihn schulisch verankert.“ Dazu seien etwa Kasseler FFF-Aktivisten eingeladen worden, um sich im Unterricht – auch mit Grundschülern – auseinanderzusetzen. Kein Schüler sollte ohne Wissens-Background zur Demo laufen. Hilliger betont: „Wir wollen auf keinen Fall Schüler instrumentalisieren.“ Jeder müsse selbst entscheiden und mit seinen Eltern ausdiskutieren, ob er eine Entschuldigung bekommt. „Sonst fehlen sie unentschuldigt.“

Allerdings trägt es an der Reformschule zur Vereinfachung bei, dass freitags Projektunterricht auf dem Lehrplan steht. Der dürfe auch an einem außerschulischen Lernort stattfinden. „Wichtig ist, dass alles inhaltlich eingebunden ist“, so Hilliger. Die Schüler könnten nicht einfach gehen und streiken. Es müsse legal bleiben.

Als Vorgeschmack wurde gestern auf dem Schulhof ein Solidaritätsfoto gemacht, das während der Demo präsentiert wird. Viele Schüler sowie einige Eltern werden morgen vor Ort sein. Einige Kinder, die nicht teilnehmen, haben Plakate gemalt, die ihre Mitschüler zeigen werden.

 

Von Christina Hein (HNA vom 14.03.2019)

 

CLUB OF ROME Schulen unterstützen Fridays for Future

 

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© Stefan Beckmann-Metzner/NH

 

Stellungnahme des Leitungsteams für das CLUB OF ROME – Schulnetzwerk
zu den Protesten der Schüler*innen-Bewegung #Fridays4Future


Wir unterstützen die Forderungen der Schüler*innen der "Fridays for Future“ – Bewegung, die da lautet: „Der Mensch ist die Ursache für Klimaschäden. Der Mensch muss jetzt und konsequent handeln, um den Erhalt der Ökosysteme und des Lebens auf der Welt zu sichern; für heutige und kommende Generationen -überall!“ Wir vom CLUB OF ROME –Schulnetzwerk stellen uns vorbehaltlos hinter die Apelle in Richtung der politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger*innen in dieser Welt.

 

Zur Bewegung #FridaysForFuture: Die Initiative, die Tatkraft und der Mut der Schüler*innen, die sich für Klimaschutz und ihre Zukunft freitags auf die Straße wagen, sind gelebtes demokratisches Handeln, aktive Zukunftsgestaltung für eine lebenswerte, nachhaltige Entwicklung der Welt. Sie zeugen vom breiten Verantwortungsbewusstsein der jungen Demonstrant*innen gegenüber ihren eigenen und den Zukünften aller jungen Menschen auf der Welt. Die Proteste sind lebendige Bildung für Nachhaltige Entwicklung und genau das, was die CLUB OF ROME Schulen als Kern ihrer Arbeit begreifen.
 

Wir ermutigen Schulen!

Wir ermutigen alle Schulen dazu, den Schüler*innen möglichst viel Raum für ihre Meinungsäußerungen gegenüber politischen, wie wirtschaftlichen Akteuren zu geben und sie darin zu bestärken, sich mutig, sichtbar und kritisch in der Öffentlichkeit zu artikulieren.

Wir ermutigen alle Schulen dazu, die Themen, die Anliegen, die Debatten und Inhalte in die Klassenzimmer zu holen und sie mit Schüler*innen auf Augenhöhe zu diskutieren. Sie bieten großartige Vorlagen für systemisches, ganzheitliches und zukunftsorientiertes Lernen und laden zum Lernen an „echten“ Herausforderungen der Zukunft ein.

Wir ermutigen alle Schulen, sich im Rahmen ihrer Schul- und Unterrichtsentwicklung mit der Förderung von Zukunftskompetenzen auseinanderzusetzen und in der Schulgemeinschaft zu diskutieren, wie Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung mit Blick auf globale Wirkzusammenhänge, Ökosysteme und digitale Entwicklungen, als Motivation und Treiber für zukunftsorientierte Schulbildung wirken kann. Der Club of Rome steht seit seinem Bericht von 1979 „No Limits to Learning“ dafür,  Schule zu einem Ort zu machen, in dem die menschlichen Potenziale für die nachhaltige, verantwortungsvolle Gestaltung der Welt entfaltet werden können. Wir ermutigen alle Schulen sich auf den Weg zu machen, mutig und kreativ neue Wege des Lehrens, Lernens und Lebens für junge Zukunftsgestalter*innen zu beschreiten.

Wissenschaftler*innen unterstützen die Anliegen der #FridaysForFutures-Bewegung

„Die jungen Menschen fordern zu Recht, dass sich unsere Gesellschaft ohne weiteres Zögern auf Nachhaltigkeit ausrichtet. Ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel ist ihre Zukunft in Gefahr.“                                                                                                                                                                                                                          (S4F, Stellungnahme 12. März 2019)

Über 14 000 Wissenschaftler*innen aus dem deutschsprachigen Raum untermauern die Forderungen der Schüler*innen-Initiative faktisch und unterstreichen die Dringlichkeit für fundamental neue Gestaltung von Strukturen des Handelns und Lebens innerhalb planetarer Grenzen und mit global-gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstsein. #Scientists4Future

Das Leitungsteam des CLUB OF ROME Schulnetzwerks

Eiken Prinz, Bildungsreferentin Deutsche Gesellschaft Club of Rome e.V.
Max Schön, Deutsche Gesellschaft Club of Rome e.V., Club of Rome international
Andreas Huber, Deutsche Gesellschaft Club of Rome e.V.
Uwe Moeller, Ehrenpräsident Deutsche Gesellschaft Club of Rome e.V.
Barbara Riekmann, Mitglied Deutsche Gesellschaft Club of Rome e.V., Schulleiterin a.D.
Ralf Heinrich, Schulleiter, Thomas-Strittmatter-Gymnasium
Gerrit Hauck, Schulleiter Kieler Wirtschaftsgymnasium; stellv. Schulleiter Kleemannschule

Die SV und der Schulelternbeirat informieren:

 

 

 

 

 


 Die öffentliche Ringvorlesung „Schulentwicklung im Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis – mehr als 30 Jahre Versuchsschulen in Kassel“ gibt Einblicke in die Gestaltung schulischer Veränderungsprozesse. Alle Eltern, KollegenInnen, EhemaligenInnen oder Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Vorlesung findet immer dienstags, 18-20 Uhr, im Campus Center, Hörsaal 5, statt. Es bedarf keiner Anmeldung.

 

 Link zur UniKassel:

 

https://www.uni-kassel.de/uni/aktuelles/meldung/post/detail/News/ringvorlesung-versuchsschulen-in-kassel/

 

 

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