Evaluation des bestehenden Profils 3

Schuljahr 2013/2014

 

Darstellung des schulischen Konzeptes zur Vorlage im Landesschulamt /Staatliches Schulamt Kassel

 

Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen in Hessen nach §15 HSchG, Erlass vom 01.11.2011

 

Konzept für den Ganztag in 2013/2014

 

 

INHALT:

 

 

1. Antrag auf Profilevaluation

2. Pädagogisches Konzept für den Ganztag

2.1 Vorwort

2.2 Darstellung der Schule

 3. Kriterien laut Qualitätsrahmen für die Profile ganztägig arbeitender Schulen

 A. Steuerung der Schule

B. Unterricht und Angebote

C. Schulkultur, Lern- und Aufgabenkultur

D. Kooperation

E. Partizipation von Schülern und Eltern

F. Schulzeit und Rhythmisierung

G. Raum- und Ausstattungskonzept

H. Pausen- und Mittagskonzept

 

 

Anlagen

 

2. Pädagogisches Konzept für den Ganztag

 

2.1 Vorwort

 

Die Reformschule erfüllt die Qualitätsmerkmale für das Profil 3 der Ganztagsrichtlinie vom 01.11.2011 und beschreibt mit dem vorgelegten Konzept ihr Ganztagsprofil und die aktuellen Evaluationsschwerpunkte. Sie beantragt mit diesem Konzept den Erhalt der Ganztagsschule im genannten Profil 3.

 

Die Reformschule ist seit ihrer Errichtung im Jahr 1988 eine ganztägig arbeitende Schule. Sie hat ihr Ganztagsprofil parallel zum Aufbau und der Entwicklung der Schule weiterentwickelt und ausgeschärft.

 

Die Möglichkeiten gemeinsam zu lernen, zu arbeiten und freie Zeit gemeinsam sinnvoll zu gestalten, sind die Grundlage für die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler zu selbstbewussten jungen Persönlichkeiten. Das Lernen wird über einen längeren Tag verteilt, wechselt zwischen Anspannung und Entspannung sowie einer ganzheitlichen Förderung mit kreativ-handwerklichen, musischen, sportlichen und kognitiven Angeboten. Es gibt Bewegungsangebote im Unterricht, in den Pausen finden Pausensportangebote innen und außen statt, weitere Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten in den Pausen runden das Angebot für den Schultag ab. Der Schulhof und die Klassenräume bieten in Ansätzen Räume zum Spielen und zum Rückzug.

 

Die Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen wird neben dem Unterricht im Freien Üben sowie in Wochen- und Arbeitsplan gefördert und gestützt. Es gibt Förderunterricht und Wahlangebote im Sinne der Stundentafel, verlässliche Betreuungsangebote vor und nach dem Unterricht für Kinder der Stufe I und II, sowie neben dem verpflichtenden Berufspraktikum ein zusätzliches Praktikum im Jahrgang 10. Durch den Besuch zahlreicher außerschulischer Lernorte für die regelmäßige Projektarbeit lernen Schülerinnen und Schüler Firmen und Institutionen in ihrem Umfeld kennen.  In der Mensa kann ein Mittagessen eingenommen werden. Berufstätige  Eltern der Schülerinnen und Schüler, insbesondere der Stufen I und II, können davon ausgehen, dass ihre Kinder die freie Zeit in der Schule sinnvoll verbringen. Die gemeinsame Zeit in der Familie bleibt weitgehend frei von schulischen Pflichten.

 

Die Schule nutzt außerschulische Angebote, pflegt Kooperationen mit verschiedenen Kindertagesstätten, Vereinen und freien Mitarbeitern, der benachbarten gymnasialen Oberstufe und den benachbarten Förderschulen.

 

2.2 Darstellung der Schule

 

Die Reformschule  ist eine integrierte Gesamtschule mit Grundstufe. Sie arbeitet als Versuchsschule der Stadt Kassel und des Landes Hessen. Regelmäßig besuchen etwa 520 Schülerinnen und Schüler diese Schule. Die Schule steht in einem Schulverbund mit der gymnasialen Oberstufe, der Jacob- Grimm- Schule in Kassel.

 

Die Organisationsstruktur ist gekennzeichnet durch die Arbeit in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen (0-1-2, 3-4-5, 6-7-8, 9-10) und durch die Zuordnung der Lerngruppen in 4 Stufen, wobei die Stufen I und II der Grundstufe zugerechnet sind, die Stufen III und IV dem Sekundarbereich I entsprechen.

 

An die Stelle früher Einordnung in die verschiedenen Bildungsgänge setzt die Reformschule auf Kontinuität, auf Zeit und das Erreichen von Abschlüssen ohne die Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler durch den Bruch zwischen Grundschule und Sekundarstufe I zu beeinträchtigen. Durch das Prinzip der Altersmischung ist der Umgang mit Heterogenität durchgängiges Prinzip in allen Gruppen der Reformschule. Dazu kommt das Wissen um die Chancen und Möglichkeiten der individuellen Förderung. Durch ein hohes Maß an eigenverantwortlichem Lernen der Schülerinnen und Schüler wird dieses Wissen verbunden mit dem Zutrauen und der Zumutung durch die Lehrkräfte, Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen. Dabei übernimmt die Lehrkraft folgende Rollen: Sie instruiert, organisiert, berät und begleitet. Selbstständiges, eigenverantwortliches Lernen erleben Schülerinnen und Schüler vor allem in Thema in der Grundstufe, später in Projekt in der Sekundarstufe. Projekt und Thema sind ein fächerübergreifendes Lernangebot mit einem über die Jahrgänge zunehmenden Maß an Eigenverantwortlichkeit. Eigenverantwortliches Lernen ist in der Reformschule  durch folgenden Kreislauf gekennzeichnet:

 

  • Eigene Entscheidung für ein Thema (ganz frei oder innerhalb eines gesetzten Oberthemas), Entscheidung für die Zusammenarbeit in der Gruppe, selten werden Einzelprojekte zugelassen
  • Arbeitsprozess begleitet durch Lehrkräfte und Experten, den selbstorganisierten Besuch außerschulischer Lernorte
  • Kompetenzorientierung, die von den eigenen  Stärken ausgeht, aber noch anstehende Herausforderungen in den Blick nimmt
  • Selbstreflexion der Schülerinnen und Schüler am Ende eines Lernvorhabens/ Projektes
  • Regelmäßiges Feedback der Mitschüler und der Lehrkraft.

 

Die Reformschule hat eine lange Tradition und vielfältige Erfahrungen mit der Durchführung des gemeinsamen Unterrichts. Wie alle anderen Regelschulen begibt sie sich jetzt auf den Weg, eine inklusive Schule zu werden. Inklusion ist dabei kein anderer Begriff für Integration, sondern die Schulgemeinde setzt sich in vielfältiger Weise mit dem Thema Inklusion auseinander. Nicht nur im Kompaktseminar für die Lehrkräfte im März 2013, sondern in Elternveranstaltungen, im Unterricht, in Fortbildungsveranstaltungen, durch die Einladung verschiedener Referenten zu diesem Thema verschaffen wir uns einen Hintergrund, um den komplexen Anforderungen, die dieses Thema an uns stellt, zu begegnen. 

 

Den Index für Inklusion (Boban und Hinz, 2010) setzen wir an verschiedenen Stellen für Befragungen, Einschätzungen und zur Vergewisserung ein. Der Inklusionsbegriff des Index ist sehr weit gefasst und geht nicht nur von der Integration behinderter Schülerinnen und Schüler aus, sondern schließt alle Lernenden mit ihren unterschiedlichen Lernvoraussetzungen mit ein. Durch die Berücksichtigung aller Dimensionen von Heterogenität wird die Fokussierung auf die Defizite der Lernenden vermieden. 

 

Diese Aspekte der schulischen Entwicklung brauchen Zeit und Raum, den die Schule ihren Schülerinnen und Schülern nur als Ganztagsschule eröffnen kann. Die in der Ganztagsschule zur Verfügung stehende Zeit wird genutzt, um Schülerinnen und Schülern ein Lernen zu ermöglichen, dass ihre persönlichen, fachlichen und sozialen Kompetenzen stärkt. Als Selbstständige Schule hat sich die Reformschule die Evaluation der Entwicklung dieser überfachlichen Kompetenzen als Grundlage für kompetenzorientiertes Lernen  vorgenommen.  Überfachliche Kompetenzen werden in der Reformschule gefördert  im Unterricht, in den unterrichtsergänzenden Wahlangeboten, in Fördergruppen, im Betreuungsangebot und in zahlreichen schulischen Veranstaltungen (musikalischer Abend, Theateraufführungen, literarischer Abend, Spiel- und  Sportfesten, Aktionswochen).

 

In die Weiterentwicklung der Schule als Versuchsschule und als Ganztagsschule sind alle schulischen Gruppen intensiv eingebunden. Schulentwicklung findet in einer Kultur der Zusammenarbeit  von Schülerinnen  und Schülern, von Eltern und Lehrkräften statt. Neben der externen Evaluation durch die Schulinspektion des Institutes für Qualitätsentwicklung jetzt beim Landesschulamt (2007, 2011, 2013 als SES) finden jährliche Schulentwicklungsgespräche mit dem zuständigen Vertreter des Staatlichen Schulamtes Kassel und jährlich ein Revisions- und Planungsgespräch mit Vertretern des Schulträgers, des Landesschulamtes, des hessischen Kultusministeriums, der Eltern, der Schülervertretung, des Schulpersonalrates und der Schulleitung statt.

 

A. Steuerung der Schule

 

Die Weiterentwicklung der Ganztagsschule ist Teil des zukünftigen Schulprogramms. In der Zielvereinbarung, geschlossen nach der letzten Schulinspektion im Januar 2013 ist die Weiterentwicklung der Ganztagsschule ein Arbeitsschwerpunkt für die nächsten 4 Jahre. Die Arbeitsschwerpunkte der Schule sind aus folgenden Zielsystemen abgeleitet:

  • Entwicklungsziele nach Schulinspektion
  • Entwicklungsziele als Selbstständige Schule
  • Entwicklungsziele als Versuchsschule
  • Entwicklungsziele durch ministeriale Vorgaben
  • Entwicklungsziele als eigene Vorhaben

 

Abgestimmte Arbeitsschwerpunkte für 2013- 2017

 

  • Qualitätsentwicklung Selbstständige Schule
  • Ausschärfung des Profils 3, Ganztagsschule
  • Vom Gemeinsamen Unterricht zur Inklusion
  • Fertigstellung des Schulcurriculums
  • Neue Medien
  • Weiterentwicklung der Rückmeldekultur
  • Evaluation der Altersmischung

 

Wie entstehen aus diesen Vorhaben Prozesse, die im Unterricht wirken?

Wie werden die verschiedenen Gruppierungen in der Schule beteiligt und für die Mitwirkung gewonnen? Wie entsteht ein Qualitätsentwicklungsprozess für diese Schule? Im folgenden Organigramm werden die dafür nötigen Beteiligungsstrukturen in der Schule vorgestellt.

 

 


Frei gewählte oder aus den Zielsystemen verabredete Schwerpunkte werden als AG oder in Fachkonferenzen

bearbeitet

 

Im Schuljahr 2012/2013 begann die Evaluation des Ganztags in der Schule mit der Evaluation des Tagesablaufs in der Reformschule.  Ein Vorhaben zur Veränderung der Zeitstruktur aus einem zwei Jahre zurückliegenden Kompaktseminar wurde von einer Arbeitsgruppe aufgegriffen und intensiv bearbeitet. Die Ziele der Arbeitsgruppe waren:

  • gemeinsame Pausenzeiten für alle Stufen zu schaffen bzw. zu erhalten,
  •  nach dem offenen Anfang um 07.30 Uhr eine Gleitzeit für alle Schülerinnen und Schüler einzurichten, so wie bisher in der Stufe I verwirklicht
  • die in den in  allen Stufen definierten Kernzeiten I, II und III versteckten 45-  Minuten- Stunden für die Stufe III und IV den Zeitrhythmen der Stufe I und II anzupassen und möglichst 60- Minuten Stunden auch für den Fachunterricht zu ermöglichen

 

Die Ergebnisse für eine veränderte Zeitstruktur und die Einrichtung einer Gleitzeit für alle Schülerinnen und Schüler  und die daraus folgenden Konsequenzen wurden am   22.05.2013 in der Gesamtkonferenz vorgestellt und zur Diskussion in die Stufenkonferenzen gegeben. Die Diskussionen in den Stufenkonferenzen erbrachten als Ergebnis den Wunsch der Mehrheit des Kollegiums, in einem weiteren Kompaktseminar insbesondere die Inhalte der Gleitzeit und die Konsequenzen für die veränderte Zeitstruktur auch für Stufe I und II gemeinsam zu erarbeiten, um so zu einer gemeinsam getragenen veränderten Kultur das Tages zu kommen. Damit ist das Thema des nächsten Kompaktseminars im November 2013 festgelegt. Eine Entscheidung zu einer Veränderung des Tagesrhythmus erfolgt dann im Schuljahr 2013/2014 und wird im Schuljahr 2014/2015 erprobt und evaluiert. 2014/2015 ist das Vorhaben abgeschlossen. Ein anderer Schwerpunkt in der Ganztagsentwicklung kann dann aufgenommen werden.

 

In gleicher Weise werden andere Schulentwicklungsschwerpunkte bearbeitet und im schulischen Qualitätsmanagement verankert.

 

Die Koordination des Ganztagsbereiches mit den anderen schulischen Angeboten liegt laut Geschäftsverteilungsplan für die Schulleitung bei den beiden Mitgliedern der Schulleitung für die Grundstufe und die Sekundarstufe I. Sie koordinieren den Ganztag und halten regelmäßigen Kontakt zu den außerschulischen Mitarbeitern in den Arbeitsgemeinschaften, den Betreuungsangeboten und den Wahl- und Zusatzangeboten sowie zu den außerschulischen Partnern. Jährlich zu Beginn des Schuljahres gibt es ein Treffen mit allen außerschulischen Mitarbeitern in der Schule.

Gespräche mit der Leiterin des Betreuungsangebotes finden mindestens einmal im Halbjahr, bei Absprachebedarf häufiger statt. Die Leiterin des Betreuungsangebotes nimmt an den Stufenkonferenzen der Stufe I bei Bedarf teil. Das Betreuungsteam führt regelmäßig Besprechungen durch. Zum Betreuungsteam gehört eine FSJlerin, die der Schule für den Ganztag vom Internationalen Bund zugeteilt wird. Mindestens einmal im Schuljahr gibt es einen Elternabend für Eltern, deren Kinder in der Betreuung im Rahmen des Ganztages in der Reformschule angemeldet sind. An diesen Elternabend nehmen die Grundstufenleiterin und ein weiteres Mitglied der Schulleitung teil.

 

Die Evaluation und die Rechenschaftslegung des Ganztagsbereichs erfolgt in Schulleitungskonferenzen, mit dem Schulelternbeirat in Schulelternbeiratssitzungen, in der Schulkonferenz mit Schülervertretern, Eltern und Kollegen.

 

Träger und Verwalter der finanziellen Mittel für den Ganztagsbereich ist der Förderverein der Reformschule Kassel. Der Stellvertretende Schulleiter gehört dem Vorstand des Fördervereins als Vertreter der Schule an. Der Förderverein schließt mit dem außerschulischen Personal in der Regel direkt Verträge ab. Ein Kooperationsvertrag zwischen Schulleitung und Förderverein ist vorbereitet und steht kurz vor der Unterschrift. In diesem Vertrag werden die Zuständigkeiten beider Partner genau benannt, insbesondere die Verantwortung der Schulleitung für die pädagogische Qualität der Arbeit in den Arbeitsgemeinschaften, den Wahlangeboten und in der Betreuung wird hervorgehoben (Entwurf des Vertrages s. Anhang).

Als Kooperationspartner stehen der Schule zur Verfügung:

  • Freie Mitarbeiter (Künstler, Handwerker)
  • Übungsleiter aus Sportvereinen (z.B. Dynamo Windrad)
  • Übungsleiter aus einem Schachverein
  • Volunta
  • Internationaler Bund
  • Outlaw (ehemals Buntstift)
  • Steuerbüro Köller & Köller
  • Förderverein der Reformschule Kassel

 

Die Verantwortung für die Budgetverwaltung ist geklärt. Sie liegt in den Händen des Schulleitungsmitgliedes für die Sekundarstufe I in Zusammenarbeit mit dem Stellver-tretenden Schulleiter.

 

 

B. Unterricht und Angebote

 

Von Beginn ihrer Schulzeit an lernen Schülerinnen und Schüler der Reformschule Kassel, sich mit einem Thema über einen längeren Zeitraum auseinander zu setzen, ihre Fragen zu formulieren, Materialien zu sichten und auszuwerten und Ergebnisse vor der Gesamtgruppe vorzustellen. Die Themen werden in den Stufen I und II zum größeren Teil von den Lehrerinnen und Lehrern vorgegeben, immer aber bleibt im Verlauf des Schuljahres auch Raum für das individuelle Wunschthema oder für Themen, auf die sich die Gruppe mehrheitlich verständigt hat. In einem kontinuierlichen Prozess lernen die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Lerninteressen zu entdecken, ihnen nachzugehen und erwerben ein Repertoire von Methoden, das selbstständiges Lernen fördert und ermöglicht.

 

Das Projektlernen, das die Reformschule in den Stufen III und IV ihren Schülerinnen und Schülern anbietet, findet in der altersgemischten Gruppe statt und hat das Ziel, subjektives Lerninteresse und individuelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler anzuerkennen und dies mit gesellschaftlicher Realität und dem Prinzip der Eigenverantwortung zu verbinden.

 

In der Stufe III gilt das besondere Augenmerk dem Kennenlernen vielfältiger Methoden, die das Projektlernen für die Jugendlichen zum praktischen Lernen werden lassen. Die Freiräume bei der Themenwahl sind in dieser Stufe besonders groß. Diese Entscheidung hat mit der entwicklungspsychologischen Erkenntnis und der Erfahrung zu tun, dass das Ich in der Lebensphase der Adoleszenz alleiniger Lebensmittelpunkt der Heranwachsenden ist und die Schule dem gerecht werden muss. Schülerinnen und Schüler können hier individuelle Lerninteressen realisieren. Das eigene Thema zu finden, ist dabei ein schwieriger, aber zentraler Prozess. Dabei müssen die Kinder und Jugendlichen ihren eigenen Fragen nachspüren und das gefundene Thema formulieren, strukturieren und eingrenzen. Auch die Besorgung der zur Themenbearbeitung notwendigen Materialien ist weitgehend Aufgabe der Schülerinnen und Schüler.

 

Das geforderte hohe Maß an Selbstständigkeit bedeutet allerdings nicht, dass Schülerinnen und Schüler ohne Unterstützung und Hilfe auskommen sollen. In regelmäßigen Arbeitsbesprechungen mit der Lehrerin/dem Lehrer sowie in der Gruppe erfahren sie Unterstützung bei der Organisation der eigenen Arbeit. Auch der sinnvolle Umgang mit der zur Verfügung stehenden Zeit wird immer wieder thematisiert.

 

In Stufe IV, den Jahrgängen 9 und 10, erfolgt im Projektbereich eine stärkere inhaltliche Lenkung. Dies geschieht zum einen durch die Aufteilung in einen naturwissenschaftlichen und einen gesellschaftswissenschaftlichen Projektbereich, aber auch durch eine dem Charakter der Abschlussstufe gerecht werdende ausdrückliche inhaltliche Orientierung an den in den Rahmenplänen vorgegebenen Themen, Projekte in Stufe IV werden ergänzt durch regelmäßige Lernkurse zu im Schulcurriculum festgelegten Inhalten.  Die Schülerinnen und Schüler können dies allerdings in diesem Entwicklungsalter in der Regel problemlos akzeptieren und gleichzeitig die bis hierher gelernte Selbstständigkeit im Lernprozess gezielt einsetzen, um innerhalb eines verbindlichen Rahmenthemas ihre inhaltlichen Interessen herauszufinden und ihnen nachgehen zu können. In den Projekten lernen die Schülerinnen und Schüler Firmen und Institutionen kennen. Diese Kenntnisse dienen in Ansätzen auch der beruflichen Orientierung.

 

Fächerübergreifende Organisation der Projektarbeit von Stufe I bis IV

 

Stufen

Anzahl der Projekte

Charakterisierung

Wochenstunden

 

I

 

8 -10 Projekte im Schuljahr

 

 

1 Wunschthema

Themen werden von den Lehrerinnen vorbereitet und strukturiert

Materialien werden bereitgestellt oder mit Unterstützung der Eltern von zu Hause mitgebracht, Verschriftlichung erfolgt nur in geringem Umfang, vorwiegend Praktisches wird erarbeitet

6 aus

Sachunterricht

Religion

Deutsch

 

II

 

6 - 8 Projekte

im Schuljahr

 

 

 

 

1 Wunschthema

Zunehmende Selbstständigkeit bei der Materialsuche

Eigenständige Nutzung der Bibliothek

Stärkere Hilfen bei der Strukturierung

Heranführung an Präsentationen und Nutzung verschiedener Medien

Erste Strukturvorgaben zur Erstellung einer Mappe

 

7 aus

Sachunterricht

Religion

Deutsch

 

III

Die Hälfte der anstehenden Projekte sind Wunschthemen

 

 1 Betriebspraktikum

Selbstständige Materialsuche

Projektgänge werden in kleinen Gruppen selbstständig geplant und durchgeführt

Werkzeug erlernen: „Wie mache ich ein Projekt?“

Vielfalt der Methoden erarbeiten

Versuche im NAWI- Bereich durchführen

Modelle erstellen

Internetrecherche

Computernutzung zur Erstellung der Mappe

8

aus den Lernbereichen

Gesellschaftslehre und Naturwissenschaften

Religion

 

IV

6 verbindliche Projekte

1 freies Projekt im

Jahrgang 9

2. Praktikum im

Jg. 10

 

 

mehr Struktur durch vorgegebene Rahmenthemen und Aufteilung in NAWI- und GL-Projekte

erlernte Methoden anwenden, um sich Inhalte tiefgehender zu erarbeiten

zusätzliche Lernkurse

Halbjahresarbeit (Wunschthema) als große eigene Arbeit

12

aus den Lernbereichen

Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften

und Religion

 

 

Der Fachunterricht findet in Englisch ab Jahrgang 5, in Mathematik und Französisch ab Jahrgang 6 in jahrgangsbezogenen Lerngruppen statt. Auch im Fachunterricht setzt die Schule auf interne Leistungsdifferenzierungen in den Gruppen. Es findet keine äußere Differenzierung statt.

 

Eine besondere Herausforderung an selbstständiges Arbeiten stellen innerhalb der Stufe IV die beiden Halbjahresarbeiten dar, die in der Regel als Einzelarbeit angefertigt werden.

 

Neben dem üblichen Betriebspraktikum im Jahrgang 8 findet im Jahrgang 10 ein zweites Praktikum statt, bei dem die erworbene Selbstständigkeit auch im außerschulischen Bereich erprobt werden kann: Die Schülerinnen und Schüler suchen sich selbst einen Praktikumsplatz, der es ihnen ermöglicht, eine selbstgewählte persönliche Herausforderung zu meistern.

 

Ergänzt werden die Angebote in Thema und Projekt durch folgenden Angebotskanon, den alle Schülerinnen und Schüler in ihrer Zeit in der Reformschule durchlaufen:

 

  • Soziales Lernen: Wöchentlich gibt es in Stufe I und II in den Schultag integriert eine Stunde Interaktion, in Stufe III und IV eine Stunde Soziales Lernen, außerdem hat jede Lerngruppe jede Woche eine Stunde Gruppenrat
  • Schülerinnen und Schüler der Stufe II besuchen im jährlichen Wechsel je einen Kurs Werken, einen Kurs Kochen und einen Kurs Textiles Gestalten, jeweils eine Kernzeit lang, also 2 Unterrichtsstunden.
  • In Stufe III finden für alle verpflichtend Labor- und Werkstattkurse statt, um naturwissenschaftliches Experimentieren und handwerkliches Arbeiten zu erlernen  (4 Wochenstunden).
  • Alle Schülerinnen und Schüler der Stufe III und IV haben wöchentlich in den Schultag integriert 3 Wochenstunden freies Üben (FRÜBEN). In dieser Zeit werden selbstgewählte oder vorgegebene Übungs- und Vertiefungsaufgaben zu den fachlichen Inhalten der Fächer bearbeitet. Jede Schülergruppe wird dabei von einer Lehrkraft beraten und begleitet.
  • In Stufe IV übernehmen die Lernkurse die Rolle der unterrichtsergänzenden Angebote, die für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend sind.

Daneben haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihren eigenen Interessen

entsprechend aus folgenden Angeboten zu wählen:

 

  • Es gibt ein breit gefächertes Angebot freiwillig wählbarer Schwerpunkte in Musik (Chor, Band, Orchester, Trommelworkshops, Tanz- Ags), in Theater gemeinsam mit einer Theaterpädagogin, Sport (Klettern Kanu fahren, Fußball, Volleyball, Schwimmen für Kinder mit Förderanspruch in der Therme, Therapeutisches Reiten), Handwerk (Nähen, Töpfern, Backen, Kochen, Gärtnern), Schach.
  • Außerdem gibt es für die Kinder der Stufe I ein Betreuungsangebot mit freizeitpädagogischem Schwerpunkt vor dem Unterricht von 07.30 Uhr bis 08.00 Uhr und nach dem Unterricht in der Regel ab 14.35 Uhr bis 16.15 Uhr mit offenem Ende bis 16.30 Uhr.
  • Betreuung in den Ferienzeiten ist auf Wunsch möglich: In den Oster-, Herbst-, und Weihnachtsferien für eine Woche, in den Sommerferien für zwei Wochen besteht die Möglichkeit der Teilnahme an der Ferienbetreuung in den Räumen der Reformschule Kassel, die auch vom Betreuungsteam während der Schulzeit begleitet wird. Die finanzielle Abwicklung übernimmt der Förderverein der Schule.

 

Im Sinne der Ganztagsrichtlinie wird die verpfllichtende Teilnahme eines definierten Teils der Schülerschaft dadurch erfüllt, dass jede Schülerin/ jeder Schüler einmal pro Schuljahr mindestens an einem der oben genannten außerunterrichtlichen Angebote teilnimmt.

 

Zur Evaluation der Ganztagsangebote finden sich Aussagen im Kapitel „Steuerung der Schule“.

 

 

C. Schulkultur, Lern- und Aufgabenkultur

 

Die Reformschule Kassel hat in den vergangenen 25 Jahren u.a. mit der besonderen Entwicklung und Pflege der fächerübergreifenden Themen- und Projektarbeit eine Praxis vorgestellt, mit der sie eine eigene Unterrichtskultur lebt. Im Zentrum dieser Unterrichtskultur steht das selbstinitiative Lernen von Schülerinnen und Schülern. Von Stufe I bis Stufe IV lernen die Kinder und Jugendlichen bei dieser Arbeit immer selbstständiger zu werden und ihren eigenen Interessen deutlicher zu folgen. Dafür bietet die Schule Raum und Zeit und grenzt sich deutlich gegen eine immerwährende inhaltliche Überfrachtung von verordneten Lehrplänen ab.

 

Drei Regeln gelten für fächerübergreifende Themen- und Projektarbeit:

 

  1. Lehrerinnen und Lehrer sind Unterstützer und Berater beim selbstorganisierten Lernen der Schülerinnen und Schüler. Sie haben Kenntnis von individuellen Lernprozessen. Sie geben Anregungen und Hilfen.
  2. Schülerinnen und Schüler folgen ihren eigenen Interessen. Sie arbeiten nicht nur theoretisch, sondern soweit als möglich auch praktisch.
  3. Schülerinnen und Schüler gehen für ihre Arbeit in Thema und Projekt aus der Schule heraus oder holen sich selbst Experten in die Schule hinein.

 

Jedes Thema, jedes Projekt, jede Halbjahresarbeit erfährt eine direktes und ein institutionalisiertes Feedback.

 

In Stufe I sind das Rückfragen und Diskussionsbeiträge bei der Vorstellung von Ergebnissen. Eine schriftliche Rückmeldung erfolgt selten zu den Einzelthemen, sondern wird zusammengefasst im Lernentwicklungsbericht. Schon hier wird die Selbsteinschätzung gekoppelt mit der Fremdeinschätzung durch die Lehrkraft in den Lerngesprächen. Die Ergebnisse der Lerngespräche werden in einem anschaulichen Protokoll festgehalten (Gläser als Symbol).

 

In Stufe II erhalten Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Beratungsgespräche und während der Arbeit am Thema individuelle Rückmeldungen sowie durch die mündliche Rückmeldung der Mitschüler und Mitschülerinnen im Anschluss an die Präsentation. Außerdem erhält jeder Schüler eine schriftliche Rückmeldung zu jedem bearbeiteten Thema. Selbsteinschätzungen vor den Lernentwicklungsgesprächen im Halbjahr und am Schuljahresende werden abgeglichen mit der Einschätzung der Lehrkräfte und auch der Eltern. Diese besondere Rückmeldekultur wird im nächsten Jahr weiterentwickelt in der Stufe III aufgenommen. 

 

Auch in Stufe III  und IV gibt es zu jedem Projekt immer eine mündliche Rückmeldung durch die Mitschülerinnen und Mitschüler ergänzt durch die Einschätzung der Lehrkräfte. Jedes Thema, jedes Projekt, jede Halbjahresarbeit erfährt darüber hinaus ein institutionalisiertes Feedback mit den Schülerinnen und Schülern bekannten Kriterien.

 

Aufgabenhilfen im Sinne von angeleiteter Lernzeit gibt es in jedem Unterricht, besonders aber in FRÜBEN, in Arbeits- und Wochenplänen, in Förderkursen für die Fächer Deutsch und Mathematik, in Kursen für besonders begabte Mathematiker. Diese Lern- und Übungszeiten sind in die Stundenpläne der Schülerinnen und Schüler integriert.

 

Bewegungszeiten sind im Unterricht integriert, insbesondere in Stufe I und II. Aber auch in Stufe III und IV bietet der Projektunterricht regelmäßig Gelegenheiten zum Bewegen im Raum, in der Schule, auf dem Weg in die Bibliothek, in die Werkräume, die Küche, in den PC- Raum.

 

Außerdem gibt es in Stufe I neben dem Sportunterricht fest in den Unterrichtsalltag integriert jede Woche eine Kernzeit Bewegung im Freien und alle zwei Wochen eine Kernzeit Schwimmen. (s. Becker, Michel, Laging (Hrsg),  Bewegt den ganzen Tag, Baltmannswseiler, 2008) 

 

 D. Kooperationen

 

Mit der Universität Kassel, Fachbereich I, Institut für Erziehungswissenschaften besteht eine enge Zusammenarbeit, die über die Schulpraktischen Studien und einzelne Forschungsprojekte bzw. Lehrerabordnungen für Fachseminare getragen wird.  Seit 2012 arbeitet das Institut intensiver mit der Reformschule zusammen, um eine neue Form der Forschungskooperation zu erproben. Dafür liegt derzeit eine Kooperationsvereinbarung zur Strategischen Partnerschaft zur Prüfung beim HKM und beim Präsidenten der Universität Kassel. Mit dem Abschluss der Partnerschaft ist für den Herbst 2013 zu rechnen.

 

Die Reformschule Kassel arbeitet in folgenden Netzwerken regelmäßig mit:

 

  • Blick über den Zaun
  • Kooperation der Kasseler Gesamtschulen
  • Kooperation der vier hessischen Versuchsschulen
  • Als Pilotschule mit anderen Selbstständigen Schulen

 

Folgende langjährige Kooperationen bestehen:

 

  • Mit der Beschäftigungsagentur „volunta“ besteht eine langjährige Zusammenarbeit durch einen Mitarbeiter in der Schule
  • Der Internationale Bund stellt jährlich einen FSJler zur Zusammenarbeit im Ganztag

 

Als Versuchsschule mit dem Arbeitsschwerpunkt „Inklusion“ bestehen besondere Kooperationsbeziehungen zu den Beratungs- und Förderzentren, die durch Kooperationsvereinbarungen begleitet sind.

 

Im Rahmen der Arbeit am Bildungs- und Erziehungsplan gibt es seit 2008 eine gemeinsame Fortbildungsgruppe von Erzieherinnen und Grundschullehrkräften, die sich regelmäßig zweimal im Schuljahr zu gemeinsamen Fortbildungsaktivitäten und Absprachen treffen.  Ein Kooperationsvertrag ist in Vorbereitung.

 

Im Rahmen der Präventionsarbeit gibt es in jährlichem Turnus wiederkehrende Präventionsangebote zu Drogen- Mediennutzung- Alkohol für Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler. Unterstützt wird die Schule durch die AOK und die Technikerkrankenkasse. Zum Präventionskonzept der Schule gehört die Unterstützung in schwierigen Gruppenzusammensetzungen durch die Vereine Respekt e.V., Teamfinder u.a.

 

Im Schuljahr 2013/2014 wird eine Zusammenarbeit mit dem „Kragenhof“ erprobt. Hier werden Gruppen der Stufe III für eine Woche besondere Unterrichtsangebote an einem besonderen Ort wahrnehmen.

 

An folgenden Ganztagsprojekten arbeiten Lehrkräfte und Ganztagspersonal gemeinsam:

Theaterarbeit

In einer langjährigen Zusammenarbeit mit einer Theaterpädagogin und einem Kollegen der Schule, werden jährlich Theaterprojekte mit Schülerinnen und Schülern der Stufen III und IV erarbeitet. Diese münden in eine Theaterwoche und dann in Aufführungen für die schulische Öffentlichkeit. Leider war in den beiden letzten Jahren durch Feierlichkeiten der Stadt Kassel das Nutzen der Räume in Dock 4 nicht mehr möglich. Vielleicht gelingt es im nächsten Jahr, diesen Raum wieder zu bekommen.

Die Kostüme werden in Zusammenarbeit mit der Näh- AG selbst entworfen und in Teilen von den Schülerinnen auch selbst hergestellt.

 

Begabtenförderung in der Schach- AG

Es gibt eine gute Kooperation zwischen der Schule und einem Schach-  Verein. So entstand die Schach- AG an der Reformschule, die  in diesem Jahr einen besonderem Erfolg errungen hat: Die Grundschüler wurden Hessenmeister und nahmen an der Deutschen Schulschachmeisterschaft teil. Dabei wurde der 3.Platz erobert. In der Schach- AG arbeitet neben dem AG- Leiter ein Grundstufenlehrer mit. Aktuell gibt es eine Kooperation mit der Arbeitsförderungsgesellschaft der Stadt Kassel, die mit der Schach- AG ein Außenschachfeld auf dem Schulhof anlegt. Eine Spende an den Förderverein macht dieses Projekt möglich.

 

Kooperation des Musikfachbereiches und der Musik- AGs

Musik spielt eine große Rolle und obgleich die Reformschule eine kleine Schule ist, gelingt es mit viel Anstrengung aller Beteiligten aus dem Musikfachbereich und dem AG- Bereich immer wieder große musikalische Events zu gestalten. Dabei nehmen Schülerinnen und Schüler aus allen Stufen an Konzertbeiträgen teil. So gibt es eine Partnerschaft mit der Musikschule in Mulhouse, die mit dem Orchester „Petits Vents“ schon mehrfach bei uns zu Gast war und Gegenbesuche mit Unterstützung der Stadt Kassel möglich waren.

Außerdem treten jedes Jahr beim musikalischen Abend alle AG- Gruppen mit ihren erarbeiteten Beiträgen in einem abwechslungsreichen Programm auf. Zuletzt wirkten die Musikgruppen bei der „Nacht der Chöre“ in der Christuskirche in Bad Wilhelmshöhe und beim Musiktag zum 1100 Jahre Jubiläum der Stadt Kassel mit.

 

Ferienbetreuung

Begonnen in 2010 hat sich inzwischen die Ferienbetreuung für die Stufe I in der Reformschule etabliert. So findet eine Woche Betreuung in den Weihnachts-, Oster- und Herbstferien statt. Für zwei Wochen Betreuung können die Kinder in den Sommerferien angemeldet werden.

 

Kooperation des Lernbereiches NAWI mit der Garten- AG

Der NAWI- Lernbereich und die Garten- AG kooperierten im vergangenen Jahr intensiv und arbeiteten im angemieteten Schulgarten der Schule. Ein neuer Gartenteich entstand, Beete wurden angelegt. Eine Labor- Gruppe und die Garten- AG gaben damit dem Garten ein neues Gesicht. Jetzt hat die Garten- AG sogar noch eine Gartenhütte erworben. Um die zu finanzieren haben die Schülerinnen und Schüler beim Tag der offenen Tür Pflanzen verkauft und Spenden gesammelt. Aktuell wird noch um 1100 Paten für die Bäume der Schule geworben. 

 

 

E. Partizipation

 

Eltern- und Schülerbeteiligung sind in der Reformschule von Anbeginn tragendes Prinzip. Zur Pflege dieser Kultur fand 2012 ein Schulkulturtag unter Beteiligung alles an der Schule beteiligten Gruppen statt. In einer Befragung aller Gruppen zu ihren gegenseitigen Erwartungen und in deren Auswertung entstand eine erneute Grundlage für die partizipative Zusammenarbeit. Aktuell gibt es eine gemeinsame Redaktionskonferenz für eine neue Schulzeitung, in der Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Interessierte die pädagogische Arbeit der Reformschule in einen größeren, einen persönlichen oder einen aktuellen Zusammenhang stellen.

 

In den Schulelternbeiratssitzungen nehmen jedes Jahr einmal Lehrkräfte aus den Stufen teil, um sowohl Unterricht als auch Ganztagsangebote zu evaluieren. 2010/2011 entstand dort der Wunsch, eine Ferienbetreuung einzurichten. Das Projekt wurde unter Beteiligung der gesamten Schulgemeinde umgesetzt. Damit wurde einem großen Bedürfnis der Eltern der Kinder in Stufe I im Rahmen der Organisation des Ganztages entsprochen.

 

Schülervertretung und Schulelternbeirat haben regelmäßige Koordinationsstunden mit der Schulleitung. Eine intensive Zusammenarbeit der SV mit dem Verbindungslehrer mit regelmäßigen Sitzungen ermöglicht eine aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler am Schulleben. Die Schülervertreter nehmen an Planungsgesprächen mit dem Hessischen Kultusministerium teil, stellen die Arbeit der Schule bei Hospitationen vor und entsenden regelmäßig Vertreter in den Stadtschülerrat.

 

Schülervertreter, Elternvertreter und Lehrkräfte diskutieren in den letzten Sitzungen der Schulkonferenz gemeinsam Aspekte der Weiterentwicklung des Ganztags an der Reformschule Kassel.

 

Der Förderverein ist an der Ganztagsentwicklung durch die Finanzierung der AG- Angebote, der Betreuung in den Ferien, durch die Abwicklung der Finanzierung des Mittagessens und durch Beschaffung von Material für den Ganztagsbereich beteiligt. Er gestaltet den Ganztag damit mit. Zwischen Förderverein und Schule ist ein Vertrag in Vorbereitung, um die jeweiligen Zuständigkeiten klar abzugrenzen.

 

 

F. Schulzeit und Rhythmisierung

 

In der Reformschule ist eine Verzahnung und Rhythmisierung des Tages in Vor- und Nachmittag, von Unterricht nach Stundentafel und Zusatzangeboten gegeben.

Die Rhythmisierung der Woche ergibt sich aus dem jeweils aktuellen Stundenplan.

Das Schuljahr erhält eine Gliederung durch die regelmäßigen Rituale des Schulanfangs und der Entlassung (Schulfest bei der Einschulung, Abschlussstreich und Abschlussfest bei der Entlassung, Symbol Sonnenblume bei Einschulung und Entlassung), im Wechsel Tag der offenen Tür und Weihnachtsbasar je Schuljahr. Es gibt ein Fahrtenkonzept für alle Stufen, Werkstatt und Labor wechseln im Rhythmus des Schuljahres, die Themen in Stufe II wechseln im dreijährigen Rhythmus. 

 

Die derzeit gültige Zeitstruktur ist gekennzeichnet durch folgende Elemente: Offener Anfang, Gleitzeit in Stufe I , Kernzeiten für Unterricht, Pausen mit Pausenangeboten, gemeinsames Mittagessen, unterrichtsergänzende Angebote wie Früben, AGs, Arbeitsplan, Wochenplan.

 

In Stufe I und II ist eine Loslösung vom 45- Minuten- Takt schon vollständig umgesetzt, die Arbeits- und Lernzeiten werden in größere Zeiteinheiten zusammengefasst und berechnet über sog. PZE, die jeweils 15 Minuten abgelten. Ein Wechsel von Anspannungs- und Entspannungsphasen wird im Tagesablauf berücksichtigt. Neben dem gemeinsamen Mittagessen, z.T. in den Gruppenräumen gibt es gemeinsame Frühstückszeiten und über den Tag verteilte  Bewegungszeiten.

 

In den Rhythmus der so entstandenen Lern- und Entspannungszeiten als Kernzeiten I bis III der Stufen I und II fügen sich die 45 Minuten Stunden der Stufen III und IV ein. Kernzeit I 3 Unterrichtsstunden, Kernzeit  II 2 Unterrichtsstunden, Kernzeit III  nach einer langen Mittagspause 2 Unterrichtsstunden. Für Stufe III und IV ist an allen Nachmittagen der Woche auch Pflichtunterricht, für Stufe I nur Montag, Dienstag und Donnerstag, für Stufe II auch noch Mittwoch. Die Anpassung des Zeitkonzeptes in Stufe III und IV ist Gegenstand der aktuellen Evaluation des Ganztagskonzeptes(s. A. Steuerung der Schule)

 

In der gemeinsamen Mittagspause von 12.15 bis 13.05 nehmen alle Gruppen im Wechsel ihr Mittagessen ein. Da die Mensa nicht genügend Platz für Schülerinnen und Schüler bietet wird im Wechsel von 20 Minuten gegessen. Danach oder davor können die Schülerinnen und Schüler Pausensportangebote wahrnehmen, in den Gruppenräumen spielen, reden, sich vorbereiten. In jedem Stockwerk der Schule ist immer eine Lehrkraft ansprechbar.

 

Neben den Lehrkräften, den AG- Leitern sind auch Schülerinnen und Schüler im Ganztag eingesetzt und machen Angebote mit selbstgewählten Schwerpunkten.

 

G. Raum- und Ausstattungskonzept

 

Der Schule stehen folgende Räumlichkeiten zur Verfügung:

Unterrichtsräume für alle Gruppen in zwei getrennten Häusern, Stufe I und II im alten Hauptgebäude, Stufe III und IV im Neubau, Stufe III und IV auf jeweils getrennten Fluren. In Stufe I und II gibt es für zwei Gruppenräume einen kleinen Differenzierungsraum (Bauraum), in Stufe III und IV gibt für jede Stufe zwei Differenzierungsräume.

Im Altbau finden sich Küche und Mensa für das Mittagessen, im Neubau eine Cafeteria mit Frühstücksangebot und zur Nutzung in den Pausenzeiten.

Eine gut ausgestattete Bilbliothek mit einer Bibliothekarin steht den Schülerinnen und Schülern in den Unterrichtszeiten, in der Mittagspause und im Rahmen der Betreuung offen.

 

Der Schulhof ist bewegungsfreundlich gestaltet mit Tischtennisplatten, Basketballkorb, Multifunktionsspielgerät, Kletterwand und Sandkasten.

Der benachbarte Sportplatz der TSG Wilhelmshöhe steht der Schule zur ganzjährigen Nutzung in den Schulzeiten zur Verfügung. Die kleine schuleigene  Sporthalle ist funktional und modern eingerichtet. Weitere Sporthallen im Umfeld der Schule können von der Sekundarstufe genutzt werden. Ein kleines Lehrschwimmbecken im benachbarten Gymnasium wird von der Stufe I für die Schwimmzeit genutzt.

 

Die Unterrichtsräume sind z.T. multifunktional eingerichtet und werden auch für Ganztagsangebote genutzt.

 

Der Schule fehlen Ruheräume für die Schülerinnen und Schüler. Ebenso gibt es weder Räume für Besprechungen noch für Lehrerarbeitsplätze.

 

Die schuleigene Cafeteria wird gerne von Vereinen im Ortsteil für Veranstaltungen genutzt.

 

H. Pausen- und Mittagskonzept

In der integrierten Mittagspause werden in der Mensa täglich zwei warme Mahlzeiten sowie ein

ngeboten. Dazu gibt es kostenlos Wasser, ein Dessert kann dazu bestellt werden. Das Mittagessen in der Mensa bietet die Wahl zwischen einem  BIO- Menü, einem Vollkost- Menü und einem Salat.  Die Abrechnung erfolgt mit Hilfe eines modernen EDV- Systems.

Der Speiseplan ist frühzeitig im Internet auf einer Plattform für die Reformschule einsehbar, das Essen kann täglich bis 9.00 Uhr bestellt/abbestellt werden. Die Bezahlung erfolgt über eine Chipcard bargeldlos. Der Mittagessen- AG  kümmert sich intensiv um gesundheitliche Aspekte und evaluiert einmal jährlich das Essensangebot mit Schülern, Eltern, Essensanbieter, Küchenpersonal und Lehrkräften.

 

Zusätzlich haben die  Schülerinnen und Schüler der Stufe III und IV täglich die Möglichkeit, ein gesundes Frühstück zu erwerben. Dazu gibt es in der Cafeteria frisch belegte Brötchen mit Salat, Tomate und Gurke, gesunde Getränke, Kaffee und Tee für die Stufe IV, Obst. Die Cafeteria organisiert der Förderverein, eine Mitarbeiterin ist beim Förderverein angestellt, Schülerinnen und Schüler unterstützen beim Verkauf.

Die Mittagspausenangebote und die AG-Angebote werden in jedem Schuljahr evaluiert und weiterentwickelt, initiiert durch die Bedürfnisse der Schüler und gemäß der pädagogischen Konzeption der Schule.