Lehramtsstudenten bekommen von von Kindern Tipps für den Matheunterricht

 

von HELGA KRISTINA KOTHE

KASSEL. „Ich brauche Mathe beim Einkaufen, um zu bezahlen“, sagt Maria Krasenbrink. „Oder beim Lesen der Uhr, um pünktlich ins Schwimmbad zu kommen.“ Die Zehnjährige besucht die Kasseler Reformschule. Sie steht im Hörsaal vor Lehramtsstudenten der Uni Kassel und erzählt, was Mathematik für sie bedeutet. Gemeinsam mit ihren Mitschülkern der Jahrgangsstufen 3 bis 5 war Maria in eine Didaktik-Vorlesung am Uni-Standort Oberzwehren eingeladen, um angehenden Grundschullehrern zu erklären, wie sie Mathe unterrichten sollten, damit es für Kinder verständlich ist.
160 Studenten hörten den 22 Schülern aufmerksam zu. Schon im nächsten Semester - einem Praxissemester - können sie das Gehörte auch im Alltag anwenden. "Der Austausch untereinander ist sehr wichtig, um die Studierenden auf den Unterricht vorzubereiten und ihnen zu zeigen, wie sie Wissen schülergerecht vermitteln", sagt Prof. Dr. Rita Borromeo Ferri, die schon mehrfach Schüler in ihre Vorlesung eingeladen hat.
Auch Alexander Kraus, Leiter des Studienseminars Grund-, Förder-, Haupt- und Realschule in Kassel, legt Wert auf Praxisorientierung. Er begleitet angehende Lehrer während ihrer praktischen Ausbildung. Man brauche die richtigen Methoden, um Wissen für Kinder erlebbar zu machen. "Das Feedback der Schüler ist sehr hilfreich, um zu verstehen, wie sie denken", sagt er.
Die Reformschüler präsentierten während der Vorlesung vier Aufgaben und ihre Lösungen. "Wir mussten zum Beispiel herausfinden, wie man drei Pizzen zu gleichen Teilen an vier Kinder verteilt", sagt Jakobina Werner (9). Nora Bumenstein (10) ergänzt: "Aber noch schwieriger war es, auszurechnen, wie das funktioniert, wenn jede Pizza anders belegt ist."
Den Ideen lauschten auch Referendare, ihre Ausbilder und praktizierende Lehrer. "Für eine Qualitätssicherung der Lehrerbildung ist es wichtig, sich auf allen Ebenen zu vernetzen und Theorie und Praxis zu verknüpfen", sagt Borromeo Ferri. Von den Kindern gab es jedenfalls gute Noten für die Zusammenarbeit mit der Uni: "Wir finden es toll, dass uns jemand fragt, wie Mathe sein soll", sagt die Viertklässlerin Maria.

Artikel in der HNA vom 4. Juni 2015

Künstler Andrzej Dzierzbicki pflanzt Weiden für ein Kunstprojekt an der Reformschule

KASSEL. 50 Schüler pflanzten Anfang der Woche Weiden auf dem Gelände der Reformschule Kassel. Jede Weide bekam den Namen eines Schülers. Der Künstler Andrzej Dzierzbicki hatte die Idee für das Projekt, genannt „European Culture Independent Art Project".
Weitere Schulen aus Europa sollen sich an dem Projekt beteiligen. So stehe er bereits mit einer Kunstschule aus Polen in Kontakt, die sich dem Projekt anschließen möchte.
Es ist der zweite Anlauf der Kunstaktion. Schon vor den Osterferien pflanzten die Kinder Weiden ein. Diese wurden allerdings von Unbekannten mutwillig zerstört und über den Zaun der Schule geworfen.
Dzierzbicki sammelte die abgebrochenen Weiden wieder ein und legte die Zweige in einen Eimer, den er mit Wasser gefüllt hatte. Die Äste trieben aus und erholten sich. "An allen Orten dieser Welt braucht der Mensch die Natur. Von der Weide können wir viel lernen", sagte der Künstler. Die Silberweide sei trotz sensibler Wurzeln widerstandsfähig, robust, zäh und flexibel. Mit der Pflanzaktion setzen die Schüler ein Zeichen, dass der Mensch der Natur friedlich begegnet. Sie beide seien Symbol dafür, dass die Natur Widerstand leiste, trotz aller Zerstörung in der Welt.
Lehrer Michael Raabe traf den Künstler vor einem Jahr mit seiner Klasse im Wald. Die beiden kamen ins Gespräch und die Idee für das Projekt entstand.
Unterstützt wird die Schule vom Gartenamt der Stadt Kassel, dem Botanischen Garten, dem Forstamt sowie dem Stadtteil Kulturverein Wolfsanger und der Universität Kassel. Jeder kann mitmachen. (mtg)
Kontakt und Infos: Ansprechpartner Andrzej Dzierzbicki: 0151/6595967.

Bericht in der HNA vom 19. April 2015 (Stadtteile)

Reformschule spielt Faust nach Marlowe
von Steve Kuberczyk-Stein

KASSEL. Ein paar Tropfen Blut aus dem Unterarm geritzt, eine Unterschrift – fertig ist der Pakt, den Faustus erst bejubelt, später aber schwer bereut: „Oh endlos sind die Qualen der Verdammnis.“ Mit dem Teufel macht man besser keine Geschäfte.
Die Theater-AG der Reformschule und Mitglieder der Ballett-und-Co-Company (Choreographie: Bianca Mehning) spielten am Freitag vor 70 Besuchern im Dock 4 „ Die tragische Geschichte von Leben und Tod des Doktor Faustus. Englisch-Lehrer Peter Will hatte das Original ins Deutsche übersetzt und führte Regie. Die Vorlage zur Tragödie stammt vom Shakespeare-Zeitgenossen Christopher Marlowe und gilt, gut 200 Jahre vor Goethe, als die älteste Bearbeitung des Faust-Stoffes.
Der Inhalt indes ist im Kern identisch. Durch den Pakt mit dem Teufel werden dem des Lebens überdrüssigen Doktor der Wissenschaften 24 Jahre bewilligt, in denen er „tun und wünschen kann, was immer er will“. Doch der Preis ist seine Seele.
Die Inszenierung überzeugte. Die Rollen waren mehrfach besetzt (drei Faustfiguren), die Atmosphäre war stimmig, die Leistungen der Schüler großartig, bemerkenswert textsicher – ein Sonderlob bei dieser Textfülle – und mit viel Einfühlungsvermögen gesprochen.

Für starke Bilder sorgten die Tänzerinnen, die ihre Kunst vor Videobildern zeigten, auf denen hohe Flammen züngelten.

Die Essenz der Tragödie wurde stimmungsvoll in Szene gesetzt, ließ aber auch Raum für kleine humorvolle Regieeinfälle: Eine der Todsünden, die Völlerei, wurde mit Chipstüte dargestellt. Schmunzeln auch, weil alle Todsünden von Lehrern gespielt wurden.
Lang anhaltender Beifall.

HNA vom 1. Juni 2015 (Kultur Kreis Kassel), Fotos: Stefan Beckmann, Plakat: Sebastian Höcker

 

 

Die Mitwirkenden
  

Chor/Erzähler

Franziska Florens, Lucas Nohner, Amelie Peitz, Junis Fenske, Maris Willmann, Johanna Fey

Faust 1

Ines Hambrock

Faust 2

Lukas Schupp

Faust 3

Lara Bialecki

Wagner, Diener Fausts

Franziska Florens

Valdes

Junis Fenske

Cornelius

Maris Willmann

Studentinnen

Johanna Fey, Amelie Peitz, Franziska Florens

Dummling

Junis Fenske

Ralph

Johanna Fey

Mephistopheles

Amelie Peitz, Lucas Nohner

Luzifer

Johanna Fey, Amelie Peitz

Die Tänzerinnen

Rita Engelns, Johanna Fey, Bianka Mehning

Beelzebub

Maris Willmann, Amelie Peitz

Model

Rita Engelns

Die sieben Todsünden

Claudia Ross-Sakic (Stolz), Rainer Naefe (Neid), Robert Brettschneider/Viola Gramß-Wildanger (Neid), Peter Will (Zorn), Berit von Carlowitz (Völlerei), Ellen Schirmer (Trägheit), Bianka Mehning (Wollust) 

Papst

Johanna Fey

Kardinal

Maris Willmann

Die Mönche

Amelie Peitz, Lara Bialecki, Franziska Florens

Kaiser Karl V.

Amelie Peitz

Ritter

Maris Willmann

Pferdehändler

Junis Fenske

Herzog von Anhalt

Jaro Habiger

Herzogin von Anhalt

Lara Bialecki

Der alte Mann

Maris Willmann

 Licht- und Musiktechnik

Jaro Habiger, Erik von Pein, Emil Fahlbusch, Ramón Ewald 

Choreographie

Bianka Mehning

Regie

Peter Will

 
 
 

 

 

 

Auch in diesem Jahr nahm die Reformschule mit einer Mixed-Staffel am 17. Mai 2015 am Kassel Marathon teil. Mit tollen Trikots der „Werbeagenten“ gingen in der Reihenfolge Josefine Klonk, Manuel Kauer, Martin Busch und Lena Kauer an den Start. Im Ziel freute sich das Quartett über einen hervorragenden 40. Platz von 174 teilnehmenden Mixed-Staffeln. 

Erstmalig war am 22.5.2015 der Abendlauf in Heckershausen Ziel interessierter Läuferinnen und Läufer aus allen Stufen der Reformschule. Bei frühsommerlichem Wetter gingen die Starterinnen und Starter mit viel Freude auf die unterschiedlichen Strecken und erzielten dabei hervorragende Ergebnisse. Hervorzuheben ist besonders die Leistung von Jonathan Mogck, der in seiner Altersklasse mit einer Zeit von 4:04 über 1200m Zweiter wurde. Die Sportkollegen waren sich einig, dass diese Veranstaltung zukünftig einen festen Platz im Kalender der Reformschule verdient.

 

Die Ausstellung der Halbjahresarbeiten der Stufe IV fand am Donnerstag, dem 23.04. und Freitag, dem 24.04. 2015 statt

Am 23.04. konnten Schüler, Lehrerinnen und Interessierte bereits ab 13 Uhr die Ausstellung besichtigen. Die feierliche Eröffnung fand um 18 Uhr statt. Die Arbeiten standen dann bis 20 Uhr zur Besichtigung offen.

Am 24. 04. war die Ausstellung von 8-12 Uhr geöffnet. Viele Gruppen aus allen Stufen drängten sich in der Cafeteria und lauschten gebannt den Ausführungen der Stufe-IV-Schüler, die sich bereit erklärt hatten, eine Führung zu geben. Erstaunlich viele ehemalige Schülerinnen und Schüler wurden gesichtet.

Mittags wurde abgebaut und die Arbeiten wurden wieder mit nach Hause genommen.

 

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