Wir trauern um

Prof. Dr. Hans Rauschenberger

10. Mai 1928 bis 17. März 2016

 

 

Seit Ende der 70er Jahre entwarf Prof. Hans Rauschenberger gemeinsam mit Studenten der Gesamthochschule Kassel das Konzept einer reformpädagogischen Gesamtschule mit Grundstufe. Hierfür fand er schnell Unterstützer und Mitstreiter. Davon ausgehend wurde 1988 die Reformschule Kassel als Versuchsschule des Landes Hessen und der Stadt Kassel gegründet. Seit dieser Zeit war Prof. Hans Rauschenberger wissenschaftlicher Begleiter und kluger Ratgeber der Schule. Seine unermüdliche Arbeit, seine immer warmherzige, den Kindern und Lehrkräften zugewandte Art  ist uns Vorbild und Ansporn, die Idee der Schule lebendig zu halten und ihre Praxis weiter zu entwickeln.

 

Die Schulgemeinde der Reformschule Kassel

Kollegium und Mitarbeiter, Ehemalige, Schüler, Eltern, Förderverein

 

Podiumsdiskussion bei der Tagung der GGG in Frankfurt am 05.03.2016

 

Die Kritik an dem Konzept der Reformschule sind zuweilen weiträumig vertreten und hin und wieder Anhaltspunkt für große Diskussionen. Daher war es für uns umso schöner zu einer Podiumsdiskussion am 05.03.16 im Bereich „Jahrgangsmischung in der Praxis“, Jahrgangsübergreifendes- und gemischtes Lernen, eingeladen worden zu sein. Ausgerichtet wurde diese vom Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens e.V., Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule, im Rahmen des Gesamtschultags an der IGS West, Frankfurt. Bei dieser Podiumsdiskussion saßen unsere Schulleiterin, Frau Hilliger und ich als Schulsprecherin und Schülerin der Reformschule auf dem Podium, um unsere Schule und das Konzept des gemeinsamen Lernens zu vertreten. Des weiteren waren die Jenaplanschule aus Jena, die Montessorischule aus Hofheim und die Römerstadtschule Frankfurt auf dem Podium vertreten. Anlass war unter anderem eine gewollte Verõnderung an der IGS West in Bezug auf jahrgangsgemischtes Lernen und dafür ein Informations- und Ideenaustausch auch zu einer perspektivischen Neugründung einer IGS in Frankfurt- Süd.

 

 Zur Einleitung in dieses Thema hielt zuerst Frau Prof. Dr. Anne Sliwka einen Impulsvortrag zum Thema „Lernen im 21. Jahrhundert: Schul- und Unterrichtskonzepte im Spannungsfeld von Differenzierung und Inklusion“. Nach diesem Input folgte die Podiumsdiskussion, die mit Fragen von Carmen Bietz und Eric Woitalla, Helene-Lange-Schule Wiesbaden, geleitet wurde. Insbesondere stand der Austausch von Ideen und Umsetzung der einzelnen Schulen im Vordergrund. Hierbei war unsere Schule eines der Paradebeispiele. Viele Nachfragen richteten sich an mich und an Frau Hilliger.

 

Anschließend an die Diskussion folgten Gesprächsrunden in verschiedenen Räumen mit den jeweiligen Schulen. Hierbei stießen wir auf ein reges Interesse in den verschiedensten Bereichen, vom allgemeinem Konzept bis hin zur Umsetzung und eigenen Erfahrungen. Der Schwerpunkt lag jedoch auf der Umsetzung, da viele Vertreter ihrer Schule solch ein Konzept wünschen und dann natürlich die Fragen aufkommen: Wo fängt man an? Wie ist das an meiner Schule umsetzbar? Wie kann man das Konzept einführen, das allen Kindern gerecht wird und es ermöglicht, dass sie sich ans selbstständige Lernen herantasten können? Viele Fragen, die alle das Konzept des gemischten Lernens als Grundidee hatten.

 

Somit sind wir auf große Begeisterung, auf großes Interesse und einen gemeinsamen Wunsch gestoßen, das Konzept in mehr Schulen einzugliedern und die Idee des gemeinsamen Lernens auch vor dem Hintergrund der Inklusion und der Eingliederung von Flüchtlingen voran zu treiben.

 

Jule Thaetner


„Oh cool ! Schau mal! Die Lunge kann man aufblasen.“
Die Gruppen III a & e auf den Spuren des menschlichen Organismus




Ganz nach diesem Motto drehte sich im Rahmen des NaWi-Projektes „Körper“ der Gruppen III a & e alles um das Innenleben des Schweins. Trotz anfänglicher Skepsis vieler beschlossen alle dem Spektakel zu folgen und die gesamten Innereien von Speiseröhre bis Leber zu sezieren. Schnell zogen sie sich Handschuhe und Kittel über und warteten gespannt darauf, was sich in den großen Eimern unter den Handtüchern befand. Zu Beginn fand natürlich noch eine fachliche Sicherheitsbelehrung statt und der Hinweis, das wir mit den Organen respektvoll umgehen wollen. Desweiteren dokumentierten die SchülerInnen ihre Versuchsergebnisse, im Rahmen der naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen, in Form von Protokollen.


Als Herr Cramer und Frau Bechtel dann schließlich die Spannung lösten, breitete sich ein gemischtes Gefühl im Raum aus. Manche waren sofort begeistert, andere jedoch brauchten etwas Zeit sich an den Anblick und die Gerüche zu gewöhnen. Doch als dann alle auf den Geschmack gekommen waren, ertasteten sie mit höchstem Interesse die tierischen Innereien und wollten veranschaulicht erfahren, wie sich das ganze System im Körper verhält.


Ob sezieren, mikroskopieren, anfassen, „herumwühlen“ oder versuchen die Lunge aufzublasen – die Schüler schreckten vor nichts zurück und hatten eine Menge Spaß, Herz, Lunge, Magen, Dünndarm Leber, Speiseröhre, Milz, Niere und Gehirn genauestens unter die Lupe zu nehmen und alles fotographisch festzuhalten. So konnten sie das Gelernte der vorherigen Projekt-Stunden optimal anwenden und vertiefen.



Bericht Ricky Cramer

 

Tag der offenen Tür

 

 

Freitag, 29.04.2016

15.00 – 18.00 Uhr

 

Die Reformschule präsentiert die Ergebnisse ihrer Arbeit:

  • Unterrichtsergebnisse der Gruppen
  • Halbjahresarbeit der Stufe IV
  • Arbeitsgemeinschaften der Schule
  • Aktionen zum Versuchsschulerlass

Die Schüler der Klassen 6 a,b & c übernachteten mit ihren Sportlehrern in der Turnhalle.
Es ist nicht unbedingt ein ungewöhnliches Bild, wenn das Foyer der Reformschule Kassel hell beleuchtet ist und eine Klasse mit Sporttaschen in Richtung Sporthalle läuft. Ungewöhnlich wird dieses Bild jedoch durch den Tag und die Uhrzeit, denn es ist Sonntag, der 07.02.2016 um 20 Uhr und die Schüler tragen Schlafsäcke, Iso-Matten oder Feldbetten mit sich: Die Schüler der Klassen 6 a,b & c führten im Rahmen des Aktionstages (Rosenmontag) die 1. Sportnacht an der integrierten Gesamtschule durch.

Das Schulkonzept der Reformschule beinhaltet ein hohes Bewegungsangebot, welches nicht nur im Sportunterricht, sondern auch in den Pausen oder dem Unterricht in den Klassenräumen integriert ist. Im Rahmen einer Sportnacht sollen den Schülern Möglichkeiten geboten werden, das Bewegungsangebot in einem ungewöhnlichen Umfeld und Zeitpunkt kennenzulernen. Die Idee und die Gestaltung der Sportnacht wurde von Ricky Cramer mit an die Schule gebracht und fand sofortige Begeisterung im Kollegium und unter den Schülern.


Somit trafen sich die Schüler der Klassen 6 a,b & c um 20:00 Uhr vor der Turnhalle. Das pädagogische Ziel des Abends war es die Gruppenbindung zu stärken. Den Abend starteten wir mit einem gemeinsamen Pizzaessen und dem Herrichten der Schlafplätze. Für evtl. Ruhe- und Schlafphasen richteten sich die Sechsklässer sowohl die integrierte Empore als auch die Umkleidekabinen her. Dabei war der Kreativität der einzelnen Schüler keine Grenzen gesetzt. Es wurden Matten zu einer kompletten Liegewiese zusammengeschoben, drei Matten aufeinander gelegt oder der Barren als gemütliche Hängematte umgebaut.



Nachdem alle gesättigt waren, begannen wir die Sporthalle unsicher zu machen. Die Nacht stand unter dem Motto „Kooperation und Koordination“ - dazu zählte auch der Beginn des aktiveren Teils mit kooperativen Spielen in der Einfelderhalle. Neben kooperationsorientierten Völkerballvarianten bestand eine Aufgabe darin, eine langes Seil, welches die gesamte Klasse festhielt, in bestimmte Formen zubringen (Bsp. Viereck), ohne dass die Schüler miteinander reden durften. Die Schüler entwickelten Taktiken und trafen Absprachen, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen und dabei möglichst geschickt zu agieren - die Schüler hatten großen Spaß am Bewältigen dieser Aufgaben und entwickelten kreative Pläne.



Was, noch nicht müde? Um 23:30 Uhr legten wir eine erste Pause ein. Danach spielten  einige Schüler weiter (Fußball, Hockey, Badminton … ), während andere auf Großbildleinwand, eingekuschelt in Decken auf den Weichböden, einen lustigen Film sahen. Natürlich haben wir uns nicht nur auf Sportspiele beschränkt, auch Würfel- und Kartenspiele mussten sein! Wie zu erwarten wurde dies eine sehr lange Nacht, die meisten hatten gar keinen Schlaf, aber das haben sie dann am nächsten Tag nachgeholt. Auch Frau Dippel und Herr Cramer hingen ab und zu durch, aber da es sich um einen sehr verrückten und lustigen Sechserjahrgang handelte, wurden die Lehrer wachgerüttelt und auf Trapp gehalten.

Diese Nacht war nicht nur ein sportliches Ereignis, sondern auch ein soziales: denn sie stellte das komplette Gegenteil zum regulären Sportunterricht der Stufe III dar. Sonst treiben die Sechsklässer, als jüngste, zusammen mit den Sieben- und Achtklässlern Sport in geschlechtsgetrennten Sportgruppen. Bei dieser sportlichen Veranstaltung trafen sich aber Mädchen und Jungen lediglich des sechsten Jahrgangs zum gemeinsamen Sporttreiben. Es wurden Mannschaftsspiele fair und respektvoll ohne festen Schiedsrichter ausgetragen, hier stand der Wunsch nach sportlicher Gemeinsamkeit und Spaß im Vordergrund. Dass das ausgesprochen gut umgesetzt wurde, zeigte der Erfolg der 1. Sportnacht", die sicher auch in den kommenden Jahren ihre Kreise ziehen wird!

Bericht: Ricky Cramer

Unterkategorien