Eine Schule bildet sich fort

 

Nachdem sich ein Teil der Lehrer der Reformschule Kassel schon im letzten Jahr zum Thema Konfliktmanagement intern fortgebildet hatten, fand nun eine thematisch ähnliche Fortbildung für das gesamte Kollegium der Reformschule und einen Teil der Eltrenvertreter statt. Die ganztägige Veranstaltung zum „No Blame Approach“ (wörtlich: „Ohne Schuld Ansatz“) fand am 02.03.2018 in Kassel in der Reformschule statt. Die 4 Gruppen mit jeweils 15 Teilnehmer*innen wurden von je 2 Trainer*innen des Impuls – Institut für Konstruktive Konfliktbewältigung in Marburg betreut.

 

 

Die Veranstaltung begann mit der Begriffsdefinition für Mobbing. Im anschließenden Gespräch entwickelten die Teilnehmer*innen eine Sammlung von typischen Signalen, Handlungen und Informationsquellen, anhand derer man Mobbing erkennen kann. Dabei bestärkt nicht ein einzelnes Phänomen den Verdacht, sondern die Kombination verschiedener Indizien. Die Trainer erläuterten in der Folge ihr Konzept als einen praktischen Interventionsansatz, um Mobbing innerhalb kurzer Zeit zu stoppen. Dabei werden alle am Mobbing beteiligten Schüler*innen in einen Gruppenprozess einbezogen. Bei dem Interventionsansatz wird auf Schuldzuweisung verzichtet, maßgeblich ist die Unterstützung der Gruppe und der Akteure, damit es dem Betroffenen bzw. den Betroffenen in der Gruppe wieder besser geht.

Die Vorgehensweise erfolgt in 3 Schritten:

  1. Gespräch mit dem / der von Mobbing betroffenen Schüler*in
  2. Gespräch mit der Unterstützungsgruppe (50% Akteure und 50% Mitläufer*innen bzw. nicht aktive Teilnehmer*innen am Mobbing)
  3. Nachgespräche einzeln und mit allen Beteiligten.

In Rollenspielen erprobten die Teilnehmer*innen der Fortbildung die Gesprächssituationen zu den Phasen 1 und 2. „Die einzelnen Rollen wurden so engagiert dargestellt, dass der Einblick in die Methode faszinierend realitätsnah war“, berichtet Sekundarstufenleiterin Frau Fichtner-Gade. Der stellvertretende Schulleiter Herr Waltenberg ergänzt: „ (…) denn Rollenspiele sind erlebtes Verhalten.“.

 

Die Ausführungen der Referenten waren klar strukturiert und stringent, wobei immer auch die Bedürfnisse der Teilnehmer*innen Berücksichtigung fanden. Das hervorragende Seminarmaterial unterstützte die Darlegung und ist auch in der schulischen Praxis im Rahmen der kollegialen Beratung anwendbar. Neben der ausnahmslos positiven Anerkennung der inhaltlichen Komponente waren nicht zuletzt auch die räumlichen Gegebenheiten der Schule selbst ein wichtiger Faktor für den Erfolg dieser Fortbildung.

 

Hintergrund:

Der "No Blame Approach" bezeichnet einen wirksame Vorgehensweise mit der Mobbing schnell und wirksam beendet werden kann. Überraschenderweise wird hierbei auf die typische Einteilung in Täter und Opfer sowie auf Schuldzuweisung und Bestrafung verzichtet. Stattdessen konzentrieren sich die Beteiligten darauf, die Situation der von Mobbing betroffenen Schülerinnen und Schüler effektiv und nachhaltig zu verbessern. Bei diesem Ansatz wird darauf vertraut, dass die Beteiligten Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, selbsttätig wirksame Lösungen herbei zu führen. Diese Fortbildung war die zweite Fortbildung zum Thema "Mobbing" an der Reformschule nach dem Vortrag von Dieter Krowatschek im Jahr 2007.

Am 25. März 2018 findet die größte Liniennetzreform der KVG seit 30 Jahren statt. Das hat auch Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler der Reformschule.

Wir haben hier den aktuellen Plan der Linie 1 verlinkt. Damit könnt Ihr auch am Montag nach den Osterferien pünktlich in der Schule ankommen... Cool

Den Link findet ihr HIER.

 

 

Die skurile Situation des gleichnamigen Theaterstückes, dass Tiere aus einem Zoo über den Zaun in ein Konzentrationslager blicken können und sich ihre Gedanken machen, was dort passiert und wie man sich dazu verhalten soll, hat die IIIe Ende des Jahres in einem Theaterprojekt bearbeitet, in dem Deutsch- und Projektunterricht gekoppelt wurden.

Das Theaterstück wurde im Deutschunterricht gelesen und bearbeitet, so dass darauf aufbauend dann eine eigene Inszenierung auf die Beine gestellt werden konnte. Bevor die Rollentexte gelernt und auf die Bühne gebracht wurden, wurde das Drehbuch kapitelweise beschrieben und an einigen Stellen gekürzt, um es der Gruppe anzupassen. Einige SuS hatten schon Theatererfahrung, andere noch gar nicht…, so konnten sich alle gegenseitig wertvolle Tipps geben.

Gemeinsam bereitete die Gruppe sich durch verschiedene Formen von Improvisationen vor: es wurde spielerisch Sich Konzentrieren geübt (das kann man ja sonst auch gut gebrauchen;-)), an einer deutlichen und lauten Aussprache gearbeitet und eine ausdrucksstarke Körpersprache trainiert… es braucht halt schon einigen Mut springend und Arme schwenkend wie ein Affe oder wiederkäuend wie ein Mufflon über die Bühne zu gehen. Texte mussten auswendig gelernt und mit passender Betonung vorgetragen werden. Alle waren mit großem Eifer dabei, auch wenn es z. T. sehr anstrengend war. Immer wieder denselben Text zu wiederholen und dabei die Lust und den Ehrgeiz nicht zu verlieren, ist eben nicht selbstverständlich. Konstruktive Kritik zu äußern, ohne jemanden zu verletzen will gelernt sein.

Um sich besser in die einzelnen Rollen und Stimmungen einfühlen zu können, schauten wir Auszüge aus dem Film „Wir Kinder aus Buchenwald“, in dem ehemalige KZ-Häftlinge aus ihrem Alltag erzählen.

Gleichzeitig machten sich die SuS Gedanken zur Kulisse. Welche Objekte sind entscheidend, wie bauen wir sie, woher bekommen wir das Material? Aus großen Kisten und Backsteintapete wurde ein Schornstein gebaut, aus flachen Kisten, viel grauer Farbe und Kaninchendraht entstand der so entscheidende Zaun, der mitten über die Bühne ging. Einige SuS probierten derweil aus, durch welche Details sich bestimmte Tiere beim Schminken am besten darstellen lassen. Eine Schülerin fand viel Spaß daran, fast jeder Tierrolle passende Ohren, Schwänzchen oder Flügel zu basteln. Schließlich widmete sich eine kleine Gruppe von Jungen den technischen Feinheiten. Welche Geräusche wollen wir einspielen, welche Lichteffekte sind sinnvoll? Dazu musste sich dann auch einmal abends im Dunkeln getroffen werden, um die Strahler optimal zu positionieren. In dieser Phase besuchten wir dann auch alle zusammen die Inszenierung des Stückes im Staatstheater und bekamen Besuch von einem Theaterpädagogen, der die vielen Fragen der SuS einfühlsam beantwortete. An dieser Stelle wurde vielen klar, dass jeder kleinste Effekt auf der Bühne eine ganz bestimmte Wirkung nach sich zieht.

Schließlich fertigte ein Schüler noch eine kleine Ausstellung zum Konzentrationslager Buchenwald an, dem Konzentrationslager, in dem dieser Zoo in Realität existiert hat. Das Archiv des Konzentrationslagers stellte sogar Originalfotos zur Verfügung, auf denen die echten Bären, Paviane und Hirsche im Zoo von damals zu sehen waren.

Bis kurz vorher gab jeder das Letzte…gewisse Textstellen wollten einfach nicht in den Kopf, die richtige Theaterschminke wurde erst sehr spät geliefert… die Spannung, aber auch die freudige Erwartung stieg.

Am Abend der Aufführung trafen sich alle schon viel früher, um sich in Ruhe vorbereiten zu können. Jede/r wusste, was zu tun war und so konnten dann die Eltern und Freunde pünktlich um 18 Uhr erleben, wie die SuS der IIIe selbstbewusst und wie selbstverständlich in ihre Rollen schlüpften, die Souffleusen an ihrem Platz waren und das Technikteam dafür sorgte, dass bestimmte Momente effektvoll in Szene gesetzt werden konnten. Ein besonderes Highlight war sicher auch, dass eine Schülerin eine entscheidende Szene durch ihr Geigenspiel einrahmte und dieser somit viel Ausstrahlung verlieh.

Der lang anhaltende Applaus am Ende und die zahlreichen anerkennenden Äußerungen, die hinterher zu hören waren zeigten, wie beeindruckt die Anwesenden von den schauspielerischen Leistungen und dem z. T. großen Textumfang, den einige SuS zu bewältigen hatten, waren...

So war dieses Stück neben einer tollen Gruppenerfahrung vor allem aber „ein poetisches Plädoyer für Zivilcourage und den daraus resultierenden Konsequenzen – ein Stück über die Entscheidung, Zuschauer zu bleiben oder nicht!“ (Staatstheater Kassel)

J. Krug/M. Schalles

 

 

Auch in diesem Schuljahr fand in der Vorweihnachtszeit der Lesewettbewerb des 6. Jahrgangs statt.

Nachdem im November die Klassensieger ermittelt wurden, fan am 7. Dezember der Schulwettbewerb statt. Der Lesewettbewerb erfolgte in angenehmer Atmosphäre in der Schulbibliothek. Die Jury bestand aus der Bibliothekarin, Deutschstudentinnen im Praktikum und einer Lehrerin.

Sieger wurde Len Mauke aus der IIIe, der sowohl hervorragend aus seinem selbst gewählten Buch vorlas, als auch den Fremdtext flüssig, fehlerfrei und betont vortrug.

Len Mauke wird unsere Schule am 24.2.2018 beim Kreisentscheid in der Buchhandlung am Bebelplatz vertreten.

Wir wünschen ihm gutes Gelingen und glauben fest daran, dass er sich auch hier bewähren und weiterkommen wird.

Jutta Krug

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